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Familienbegleiter schützen Gifhorner Familien vor Überlastung

Schnelle und unbürokratische Hilfe im Notfall

von Lukas große Klönne in Neuigkeiten

Manchmal stürzt auf eine Familie so viel ein, dass sie nicht alles auf einmal bewerkstelligen kann. Darunter leiden meist alle Familienmitglieder, vor allem die Kinder. Familienbegleiter sollen notleidende Eltern in schwierigen Phasen entlasten und den Kindern Hilfestellung und Aufmerksamkeit zukommen lassen.

Familienbegleiter in Gifhorn - Bild: c_Oksana_KuzBild: Familienbegleiter in Gifhorn // fotolia c_Oksana_Kuz

Ein Todesfall, eine schwere Krankheit, die Pflege von Angehörigen, wirtschaftliche Probleme, die Erziehung der Kinder und dazu noch einen anstrengenden Arbeitsalltag bewältigen. Auf Familien stürzt manchmal eine ganze Menge ein. Oft mehr als sie leisten und ertragen können. Die Mehrfachbelastung mündet in Überforderung. Diese hat häufig negative Auswirkungen auf das Familienleben und insbesondere auch auf die Entwicklung der Kinder. „In derartig schwierigen Alltagssituationen zeigt sich in ganz vielen Familien, dass einfach keine ausreichenden Entlastungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, um einen klaren Kopf zu bekommen und dem überbordenden zu entkommen“, erläutert Karin Single, Fachbereichsleiterin Kinder Jugend und Familie beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), Kreisverband Gifhorn. Gemeinsam mit der Freiwilligenagentur der Diakonie will sie im Landkreis Gifhorn mit Förderung durch beim walk4help generierten Spendengelder Abhilfe schaffen.

Ehrenamtliche Familienbegleiter gesucht

Für den Aufbau eines Portals für Familienbegleiter werden ehrenamtliche Männer und Frauen gesucht, die Familien als verlässliche und vertrauenswürdige Begleiterinnen und Begleiter bei der Bewältigung von Alltagsschwierigkeiten mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die Familienbegleiter soll ein niederschwelliges und freiwilliges Unterstützungsangebot für Familien mit besonderem Fokus auf das  Wohlergehen von Kindern werden.

Über das beim DRK angesiedelte Familienbüro für Stadt und Landkreis Gifhorn werden die geeigneten Personen ausgewählt, qualifiziert und letztlich vermittelt. „Denn professionelle Hilfe- und Unterstützungsangebote können eine entscheidende Dimension nicht bearbeiten, nämlich die der ganz einfachen alltäglichen Entlastungen“, sagt Karin Single.

Kinder zum Spielplatz, ins Schwimmbad oder in die Bücherei begleiten

Es geht also für die Familienbegleiter zum Beispiel um einen Besuch auf dem Kinderspielplatz, im Schwimmbad, in der Bücherei oder um eine Stunde Vorlesen. So können die Eltern mal durchatmen, weil sie wissen, dass ihre Kinder in der Zeit gut aufgehoben sind.

Bei dem Projekt „Zeit für Kinder“ sind nicht jene Fälle im Blickpunkt, bei denen die Schwierigkeiten schon unüberbrückbar scheinen. Da müssen weiter professionelle Dienste helfen. Die Familienbegleiter sollen vielmehr präventiv wirken. Sie sollen Familien stärken und ihre Kinder motivieren, damit es erst gar nicht zu negativen Folgen durch Überlastung kommt.

„Bei den Familienbegleitern steht nicht die Fürsorge, sondern die Partnerschaft an erster Stelle. Vermittelt werden sollen Personen, die zueinander passen und sich auf Augenhöhe begegnen“, erklärt Karin Single.

Zeitlich befristete Präventionsmaßnahme

Dabei ist ein Familienbegleiter nur so lange mit der Familie und dem Kind verbunden, wie beide Seiten das für sinnvoll erachten. Nach einer ersten Kennenlernphase schließen Familie und Familienbegleiter eine schriftliche Vereinbarung über die Inhalte der Familienpatenschaft ab, die individuell unterschiedlich ist. Darin kann es auch um Hilfe bei der Tagesstruktur, den Aufbau eines nachbarschaftlichen Netzwerks, Lotsenfunktion zu Fach- und Beratungsstellen oder Unterstützung bei schulischen Schwierigkeiten gehen.

Das Projekt soll bereits im Sommer dieses Jahres starten. Die Koordination und Organisation wird dabei von hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des DRK geleistet. Ziel ist eine Vernetzung und enge Kooperation mit anderen sozialen Einrichtungen wie dem Kinderfond der Stadt Gifhorn, der Kinderinitiative des Landkreises Gifhorn oder des Hospitzvereins sowie mit Kindertagesstätten und Schulen im Landkreis Gifhorn.

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