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Wahre Helden 2020

Sayed Agha Zakhel ist Gewinner des LupoLeo Award "Wahre Helden" 2020

Das Publikum hat entschieden: Sayed Agha Zakhel aus Hamburg ist Gewinner des LupoLeo Award "Wahre Helden". In der Abstimmung auf Focus Online hat er sich gegen Marek Fink und Lea Schäfer durchgesetzt. Das Fördergeld in Höhe von 20.000 Euro kommt der Initiative ZKV Kampus zugute.

Wahre Helden 2020Wahre Helden: Sayed Agha Zakhel (li.), Marek Fink (mi.) und Lea Schäfer (re.): Fotos: privat

1. Platz: Sayed Agha Zakhel, ZKV Kampus

Zeigen, wie Streit ohne Gewalt zu lösen ist

Wenn Kids in einem konfliktreichen Umfeld wie dem Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg aufwachsen, ist ihr Alltag häufig von belastenden Lebensumständen, fehlenden Vorbildern und sozialer Benachteiligung geprägt. Unfaires Verhalten, Ausgrenzung und Auseinandersetzungen werden so Mittel im Kampf um soziale Anerkennung. Es mangelt an gelernten Strategien, Konflikte konstruktiv zu lösen.

Hier setzt die Initiative ZKV Kampus an. Den Kids soll mit Hilfe von Coaches und Peers gezeigt werden, wie überlegt gehandelt werden kann. Dazu werden Teamsportarten wie Fußball unter anderem mit Coolness-, Kompetenz- und Flirt-Workshops kombiniert. Ein wichtiger Ansatz dabei ist, ehemalige Teilnehmende ins Programm einzubinden.

Einer, der das vorbildlich leistet, ist Sayed Agha Zakhel mit seinem Projekt "Coolnesstraining im Teamsport". Der 14-Jährige kam 2015 aus Afghanistan nach Deutschland. Er stärkte bereits als 11-jähriger Teilnehmer eines Workshops den Zusammenhalt der Kinder in seiner Wohnunterkunft. Schnell hat er sich zum Peer entwickelt. Mit innovativen Ideen und ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn gestaltet Sayed Übungen zur Konfliktvermeidung und -lösung mit jüngeren Kindern. Dazu vertritt Sayed ZKV Kampus bei Gremien oder Events redegewandt, selbstbewusst und mit viel Humor. Er schafft es, Aufmerksamkeit auf die Anliegen von ZKV Kampus zu lenken. Er ist aus der Initiative, die es bereits seit zwölf Jahren gibt, längst nicht mehr wegzudenken.

Jetzt kann ich selbst Kids helfen, nicht auf die schiefe Bahn zu geraten - und damit ZKV Kampus auch etwas zurückgeben.“ - Sayed Agha Zakhel.

2. Platz: Marek Fink, Gründer von „Zeichen gegen Mobbing e. V.“

Mit einem Lächeln statt mit Bauchschmerzen zur Schule

Mobbing gibt es an allen Schulen. Trotzdem bleiben existierende Anlaufstellen oft ungenutzt. Deswegen hat Marek Fink (24) eine niederschwellige Alternative entwickelt und den Verein „Zeichen gegen Mobbing e. V.“ gegründet. Seit 2019 wird sein Präventionskonzept bundesweit erfolgreich umgesetzt.

Das Pilotprojekt im Jahr 2015 stemmte der Gronauer (Niedersachsen) noch alleine. „Als Schüler habe ich geglaubt, dass ich mit meinen innerschulischen Gewalterfahrungen alleine sei. Aber als ich in der elften Klasse eine Umfrage unter meinen Mitschülern startete, merkte ich, dass es ganz vielen so erging. Dagegen wollte ich etwas tun“, berichtet Marek, der mittlerweile Sozialwissenschaften an der Leibniz-Universität in Hannover studiert.

Sein Konzept sieht vor allem Begegnungen auf Augenhöhe mit den Schülerinnen und Schülern vor. „Wir kreieren einen Raum, in dem sich alle einbezogen und wertvoll fühlen können“, nennt Marek einen Aspekt für Erfolge. Mittlerweile gibt es rund 100 ehrenamtliche Teammitglieder, die Betroffenen, Eltern und Lehrkräften beim erfolgreichen Umgang mit Mobbing helfen.

Meine größte Motivation ist es, wenn wir wieder einem Kind neue Hoffnung für die eigene Zukunft geben konnten und es wieder mit einem Lächeln statt mit Bauchschmerzen zur Schule gehen kann“, sagt Marek.

3. Platz: Lea Schäfer, Initiative "Digitale Helden"

Wissensvermittlung auf Augenhöhe

Handys und damit das Internet haben längst die Kinderzimmer erobert. Aus dieser Entwicklung ergeben sich zahlreiche Chancen - aber auch viele Risiken. Gewaltdarstellung und rassistisches Material sind frei zugänglich und können besonders bei Kindern großen Schaden anrichten. Jeder fünfte Jugendliche gibt an, mindestens eine Person zu kennen, die online Opfer von Mobbing geworden ist. Aufklärung ist dringend erforderlich.

Im Projekt „Digitale Helden“ werden Schülerinnen und Schüler ausgebildet, die Jüngere beim Umgang mit persönlichen Daten im Internet und sozialen Netzwerken und bei der Prävention von Cybermobbing beraten. Die 16-jährige Lea Schäfer ist in der Schul-AG der Digitalen Helden an der Gesamtschule Schwingbach in Hessen aktiv. Nachdem sie das Mentorenprogramm von Digitale Helden durchlaufen hat, ist Leas Engagement außergewöhnlich hoch.

Seit drei Jahren macht Lea regelmäßig Klassenbesuche und hält Elternabende zu digitalen Themen ab. Gemeinsam mit ihrem Schul-Team hat sie auf eigene Initiative hin einen Social-Media-Grundkurs für ihre Schule entwickelt. Zu Schuljahresbeginn führt sie jüngere Mitschüler und Mitschülerinnen mit Passwort- und Chatspielen an Themen wie Internetverhalten und Sicherheit im Netz heran und gibt praktische Tipps. Durch den Peer-Ansatz entsteht Wissensvermittlung auf Augenhöhe.

"Am meisten motiviert es mich, immer wieder Neues über das Internet zu lernen und als ältere Schülerin selbst Social-Media-Unterricht für jüngere Mitschüler zu geben und ihnen bei sozialen Konflikten zu helfen." - Lea Schäfer

Die weiteren Nominierten

Helen Alff

Es gab sehr viele beeindruckende Bewerbungen für den 'Wahre Helden Award'. Diese sieben stachen ebenfalls hervor und haben es gemeinsam mit den drei Finalisten unter die Top 10 geschafft.

Helen Alff

In der Kinderredaktion von Heidenau TV produzieren Kinder eigenständig Beiträge für das Regionalfernsehen. So schaffen sie Öffentlichkeit für ihre Themen und entwickeln dabei ein besseres Gespür für die Medienwelt. Helen Alff ist als Moderatorin das Gesicht der Kinderredaktion und mit ihrem Engagement Vorbild für viele.

Annegret Hänsel

Anstatt vor der Komplexität der gesellschaftlichen Herausforderungen zu kapitulieren, stellt das UNIKATUM Kinder- und Jugendmuseum in Leipzig, die immer schwerer überschaubaren gesellschaftlichen Themen auf kind- und familiengerechte Weise dar. Annegret Hänsel hatte die Idee zu diesem besonderen Museum und gründete es 2010 als private Initiative. Sie ist seitdem der kreative Kopf und leitet das in Ostdeutschland einzige freie Kinder- und Jugendmuseum als Geschäftsführerin ehrenamtlich.

Dejan Mihajlović

Mihajlović
Mihajlović

Die Problematik zunehmender Demokratiefeindlichkeit einerseits sowie die verbesserungswürdige Vorbereitung junger Menschen auf die digitalisierte Welt andererseits werden in dem Schulprojekt „aula - Schule gemeinsam gestalten“ aufgegriffen. „aula“ ist ein innovatives Beteiligungskonzept, das Jugendlichen Mithilfe einer Online-Plattform aktive Mitbestimmung an ihren Schulen ermöglicht. Dejan Mihajlović ist Lehrer an der Pestalozzi-Realschule in Freiburg, hat dort „aula“ mit viel Engagement etabliert und setzt sich als dessen Botschafter vehement bei der bundesweiten Ausweitung des Projekts ein.

Fatima Mohammed

Als Fatima Mohammed kam vor sechs Jahren aus Syrien nach Deutschland kam, war ihr Start in Berlin nicht einfach. Sie sprach kein Wort Deutsch, alles war neu, alles anders als zu Hause, aber sie hat mit Offenheit und Energie den Neubeginn geschafft. Längst gibt sie ihre Erfahrungen weiter und setzt sich im Jugendengagementprojekt „Trifolio“ des Vereins kein Abseits! e.V. hochmotiviert für Kinder ein, die wie sie aus einem fernen Land kommen.

Kurusanth Pararajasekaram

Die Lernhäuser des Fördervereins Kinderschutzhaus in Essen e.V. eröffnen sozial benachteiligten Kindern in vielerlei Hinsicht ungeahnte Entwicklungsmöglichkeiten. Wie erfolgreich die Arbeit verlaufen kann, zeigt der aus Sri Lanka stammende Kurusanth Pararajasekaram. Der 22-jährige besuchte einst ein lernHAUS und wurde gefördert. Heute ist er dort selbst als Lernhelfer und Projektbegleiter ehrenamtlich aktiv und studiert Wirtschaftsingenieurwesen.

Imad Soliman

Studenten haben oft geringe finanzielle Mittel und benötigen eine Wohnung. Und Kinder im Duisburger Stadtteil Marxloh kommen oft aus bildungsfernen Familien und benötigen Nachhilfe, um in der Schule gut bestehen zu können. Der Verein Tausche Bildung für Wohnen e.V.  kombiniert beides in idealer Weise. Er stellt mietfreien Wohnraum für engagierte junge Menschen zur Verfügung, die im Gegenzug als Bildungspaten die schulische und persönliche Entwicklung der Kinder im schwierigen Quartier fördern. Einer von ihnen ist Imad Soliman. Seit sechs Jahren lebt er mit anderen Bildungspaten in einer WG und hilft Kindern bei den Hausaufgaben, bereitet sie auf Klassenarbeiten vor und hat ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte.

Lara Wagner

Integration statt Benachteiligung: Das Programm Kicking Girls fördert insbesondere sozial benachteiligte Mädchen durch ein niederschwelliges Fußball-Angebot an Schulen. Vorrangiges Ziel dabei ist es, Mädchen in Bewegung zu bringen, dauerhaftes Interesse für Sport zu wecken und ihr Selbstvertrauen zu stärken. Lara Wagner steht dafür als herausragendes Vorbild. Sie ist in Berlin-Kreuzberg mit Migrationshintergrund aufgewachsen, war selbst Teilnehmerin und ist heute eigenverantwortliche Übungsleiterin von Grundschul-AGs. Dazu ist sie fester Bestandteil des Trainerteams vom Kooperationsverein Türkiyemspor Berlin.

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