10 Jahre

Wie wird Armut definiert?

8.000 Kinder in Braunschweig haben Eltern, die Hartz IV Empfänger sind.
ALG II Eckregelsatz = 100% = 399 Euro
Partner = 90% = 360 Euro
15- bis 17-jährige Angehörige Kinder der Bedarfsgemeinschaft § 20 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 SGB II = 302 Euro
18- bis 24-jährige Angehörige der Bedarfsgemeinschaft (= volljährige Kinder) § 20 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 SGB II = 80% = 320 EUR
Kinder ab 6 bis einschl. 13 Jahre = 70% = 267 Euro
Kinder bis einschl. 5 Jahre = 60% = 234 Euro
Eine Familie mit Vater, Mutter und zwei Grundschulpflichtigen Kindern würde somit von .1293 Euro leben.
 
Zu den 8.000 Kindern kommen noch etwa 2.000 Kinder, deren Eltern nach dem Asylleistungsgesetz Geld erhalten, Wohngeld erhalten, Sozialhilfeempfänger sind oder die Kinder Kindergeldzuschlag bekommen. Die Höhe der Regelsätze der Sozialhilfe wird durch die Regelsatzverordnung gem. § 40 SGB XII geregelt. Der Eckregelsatz für den Haushaltsvorstand oder für Alleinstehende beträgt bundeseinheitlich 364 Euro. Der Regelsatz für Haushaltsangehörige beträgt 257 Euro.
Eine Familie mit Vater, Mutter und zwei Grundschulpflichtigen Kindern würde somit von 1.135 Euro leben.
 
Egal welche soziale Leistung eine Familie empfängt – für eine vierköpfige Familie liegt die finanzielle Versorgung immer zwischen 1.100 und 1.300 Euro.

Die Grenze zur Armut ist nach den Maßstäben der Statistiker klar gezogen: Wer in Deutschland als Single weniger als 980 Euro im Monat zum Leben hat, gilt als arm. Das entspricht 60 Prozent des mittleren Einkommens (Stand 2013). Bei einer vierköpfigen Familie verschiebt sich die Armutsgrenze nach oben - auf etwas mehr als 2.000 Euro. Es geht dabei um "relative Armut", um den Mangel an gesellschaftlicher Teilhabe. Also darum, ob man sich beispielsweise einen Kinobesuch leisten kann oder nicht.